Archive for January, 2011

FAT OR GAS

Wednesday, January 19th, 2011

Ausstellung
THEO ALTENBERG

in der Galerie Krinzinger, Wien
curated by Franz Graf
9.6. - 10.7.2010

Pressetext

Der gebürtige Mönchengladbacher (geboren 1952) verließ nach einschlägigen Jugenderfahrungen (seiner Begeisterung für den bahnbrechenden Offensiv-Fußball der Mannschaft von Borussia Mönchengladbach) seine Heimatstadt, um seine künstlerischen Erfahrungen an der Werkkunstschule Krefeld in der Wiener Kommune des Aktionskünstlers Otto Muehl in die ästhetische Praxis umzusetzen.
Die radikalen Thesen dieser visionären Gemeinschaft: freie Sexualität, Gemeinschaftseigentum, Selbstdarstellung, gemeinsame Kindererziehung versuchten einen utopischen Ausstieg aus der “kleinbürgerlichen” Realität bezogen auf alle Lebensbereiche zu erreichen.
Altenbergs zwischen 1973 und 1978 entstandene Fotoarbeiten sind frühe experimentelle, künstlerische Annäherungen an den freien Geist und an die Sehnsucht nach neuen Formen der Individualität innerhalb dieser Gemeinschaft. Er rückt in seinen scheinbar inszenierten Kollektiv-Darstellungen so nah wie möglich an die damals allgegenwärtige These “Leben ist Kunst, Kunst ist Leben” heran.
Teil dieser Befreiung und ihrer Rollenspiele waren für Altenberg die spontanen Selbstdarstellungen in der künstlerischen Artikulation des Tänzers, Schauspielers und Musikers. Das dabei frei gewordene Potential artikulierte sich in Performances, den Spielfilmen der Kommune (als Hauptdarsteller in den Rollen von Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Richard Gerstl und Andy Warhol), eigenen Videos und ab 1995 in den Projekten elektronischer Musik (Oder Nice, Das Es, Collaborations: Burnt Friedman, Kreidler, Tosca, Aphex Twin, DJ Hell, u.a.).
Als Otto Muehl sich in den späten Jahren der Kommune immer mehr zum autokratischen “Maximo Lider” entwickelte, wandte sich Theo Altenberg in einer Phase der inneren Isolation Spracharbeiten zu, in denen er den verborgenen Bedeutungen von Wortgebilden nachging: “Ich ordnete die Buchstaben zunächst wie auf einer Spielkarte, um in dieser panischen Situation den Begriffen ihre Einsamkeit deutlich zu machen. Eine Art Trauma-Poesie über den Untergang unserer Utopie.”
Theo Altenberg lebt  in Berlin und arbeitet vor allem in den Medien Performance/Musik, Sprache, Malerei und Video.
Im Projekt “FAT OR GAS” in der Galerie Krinzinger konfrontiert Franz Graf, Künstler und der Kurator der Ausstellung, eine Auswahl der Kommunenfotos mit Arbeiten der letzten 30 Jahre und mit den zu Stickbildern umgesetzten Spracharbeiten der späten 80iger und frühen 90iger Jahre, deren Ausführung die Mutter des Künstlers übernommen hatte.

MATER I ALIEN

Wednesday, January 19th, 2011

Ausstellung

THEO ALTENBERG IN DER
KUNSTBUCHHANDLUNG | JUDITH ORTNER
SONNENFELSGASSE 8 | 1010 WIEN
14.10. -  20.11.2010

Pressetext
Der 1952 geborene Mönchengladbacher verläßt 1973 das Rheinland, um seine, während des Studiums an der Werkkunstschule Krefeld gemachten künstlerischen Erfahrungen, in der Wiener Kommune des Aktionskünstlers Otto Muehl in eine radikale ästhetische Praxis, die alle Lebensbereiche einschliessen sollte, umzusetzen.
In der Kommune findet Theo Altenberg seine Ausdrucksformen vor allem in den Medien Photographie, Performance, Tanz und später als Schauspieler in den Spielfilmen der Kommune (als Hauptdarsteller in den Rollen von Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Richard Gerstl und Andy Warhol). Er verlegt die Zeitschrift “AA Nachrichten” und ist Mitarbeiter von Joseph Beuys bei der Aktion “7000 Eichen” (1980 - 1983).
Ausgangspunkt dieser Ausstellung “MATER  I  ALIEN” ist die sprachanalytische Arbeit des Künstlers.
Theo Altenberg wendet sich 1987 in einer Phase der inneren Isolation Spracharbeiten zu, in denen er den Anordnungen von Wortgebilden auf den Leib rückt: “Es wurde damals alles viel zu eng. Es musste ein Entzerren stattfinden. Ich ordnete die Buchstaben zunächst wie auf einer Spielkarte (in jeder Ecke des Blatts und in der Mitte ein oder zwei Buchstaben), um in dieser panischen Situation den Begriffen ihre Einsamkeit deutlich zu machen. Eine Art Trauma-Poesie über den Untergang unserer Utopie.”  Es geht um Begriffe wie   A  N  G  S  T,  LIE   BE, HA   SS, um SUP   ER   SA   MEN, die kollektiven Orgasmen einer gescheiterten Vision und den Verlust einer Identität.
Das Auseinanderreissen von Wörtern löst versteckte Übersetzungsprozesse zwischen Deutsch, Englisch und anderen vor allem lateinischen Sprachen aus. Durch das Verschieben in Zeilen ermöglichen sich Mutmaßungen über verborgene und verbogene Bedeutungen.  Aus Weisheit wird WE  IS  HE  IT oder WE  I  SHE  IT ,  aus Muttersprache  MUT  TER  SP  RACHE, aus Rassenhass wird R  ASS  EN  H  ASS, aus Beratende Funktion  BE  RAT  ENDE  FUN  K  TI  ON.  Es ergeben sich Verwandtschaften zur Lyrik des Rap, in der auf ähnliche Art Verkürzungen von Worten zu “Key Letters” praktiziert werden.
Als Altenberg Anfang der 90iger Jahre beginnt die Textbilder zu veröffentlichen, fällt ihm bei einem Besuch bei seiner Mutter die digitale Optik ihrer Stickbilder auf.  Sie liebt es die klassischen Küchenmotive wie MORGENSTUND HAT GOLD IM MUND oder MY HOME IS MY CASTLE  in verschiedenen Farben neu zu arrangieren. In den folgenden Jahren übernimmt Margarete Altenberg die Ausführung zahlreicher, von ihrem Sohn entworfenen Sprach-Bildern.
1993 werden in der Berliner Galerie Bruno Brunnet erstmalig die Wandarbeit  A  N  G  S  T,  eine Reihe von Stickbildern und eine Dia-Installation mit dem Titel “Sexual Correctness” ausgestellt.
Die Dekonstruktion von Begriffen und ihren Erscheinungsformen bleibt bis heute ein Forschungsfeld des Künstlers. Ab 1994 ereignen sich “Spracharbeiten” auch in Form von Songtexten in den Projekten NAME, ODER NICE, Das ES und in Kollaborationen mit den Musikern Burnt Friedman (Berlin), Kreidler (Düsseldorf/Köln), Tosca (Wien), u.a.
Theo Altenberg lebt in Berlin und arbeitet in den Medien Performance/Musik, Sprache, Malerei und Video.

MATER I ALIEN

Monday, January 17th, 2011

Ausstellung
THEO ALTENBERG IN DER
KUNSTBUCHHANDLUNG
JUDITH ORTNER
SONNENFELSGASSE 8
1010 WIEN
14.10. - 20.11.2010